Wo ist der Bombast?
Was in den Open Combat Missions vor allem untergeht ist die Inszenierung: Sämtliche Einsätze wirken schwachbrüstig, bieten keine echten Highlights oder Momente, wo gefühlt aus dem Nichts das komplette Chaos ausbricht und mein spielbarer Charakter es nur mit Müh und Not gerade so schafft, den Explosionen zu entkommen. All das fehlt in über der Hälfte der Kampagne, wodurch die Schwächen kaum kaschiert werden, sondern sich durchweg wie eine hässliche Fratze über den Monitor schieben.Es ist aber gewiss nicht alles schlecht, denn ein paar Höhepunkte kann die Kampagne dann doch bieten – und zwar in den Missionen, die linear verlaufen. Das Intro hatte ich bereits angesprochen, dazu gibt es noch einen spannenden Auftrag in Sibirien, wo mich Scharfschützen mit Thermalvisieren dauerhaft ins Korn nehmen.
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An die imposanten Einsätze des originalen Modern Warfare 3 von 2011 reicht die 2022-er Version aber zu keinem Zeitpunkt heran. Der Einsatz in Paris, in der man von einem adrenalingetränkten Moment zum anderen rast und am Ende sogar der Eiffelturm in die Seine stürzt? Die actionreiche Schlacht auf dem Wasser, bei der man zwischen untergehenden Kriegsschiffen immer am Maximum ist? Davon ist die diesjährige Kampagne sehr weit entfernt. Selbst der emotionale Höhepunkt, oder der, der es sein soll, fühlt sich schlussendlich nur halbgar an. Da können auch die optisch hervorragenden Zwischensequenzen nur wenig retten.
Nichts Neues im Shooter-Land
In einer Sache ist Call of Duty: Modern Warfare 3 dann aber trotzdem gut: In den Schießereien. Wenn es mal zu längeren Bleigefechten kommt, dann weiß das brachiale und abwechslungsreiche Gunplay der jungen Modern Warfare-Trilogie stets zu überzeugen. Ob Sturmgewehr, Pistole, Schrotflinte oder Armbrust, die Gefechte fühlen sich immer rund und spaßig an. Klar, Call of Duty ist weiterhin keine Simulation und versucht gar nicht erst, den Anspruch eines Escape from Tarkov nachzubilden, dafür aber wirkt alles wie aus einem Guss und bietet ein dynamisches und wuchtiges Gameplay, wie es kaum ein anderer Shooter schafft. Leider geht auch diese Stärke oft unter, insbesondere dann, wenn man zwingend in einer Mission undercover in eine Basis eindringen muss und die einzige spielerische Option daraus besteht, den patrouillierenden Wachen nicht zu nahe zu kommen.Auch technisch gibt sich Modern Warfare 3 kaum eine Blöße: Die von uns getestete PC-Version lief butterweich und sieht dank scharfen Texturen und vielen Details wirklich schick aus. Einen grafischen Sprung im Vergleich zu
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Selbiges gilt für den Sound, bei dem es jederzeit kracht, der Subwoofer donnert und einem die Kugeln um die Ohren sausen. An anderer Stelle hört man deutlich den Regen plätschern oder gedämpfte Explosionen in der Ferne, die einem erahnen lassen, was in wenigen Minuten passieren wird. Hinzu kommt eine wirklich gute englische Sprachausgabe, bei den die einzelnen Sprecher den militärischen Ton in der Regel punktgenau treffen. Die deutschen Sprecher können da leider nur bedingt mithalten. Das größte Manko stellt der Soundtrack dar, der genauso belanglos wirkt wie die Open Combat-Missionen. Wo einst Hans Zimmer prächtige Tracks für das 2009er Call of Duty: Modern Warfare 2 komponierte, ist in der Gegenwart nicht mehr viel zu spüren.

