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The Novelist (Adventure) – The Novelist

Ein Schriftsteller mit Schreibblockade, der mit seiner Frau und seinem Sohn für drei Monate in ein Sommerhaus zieht? Klingt das nicht nach Shining? The Novelist inszeniert keinen Horror à la Stephen King, aber auch hier gibt es eine übersinnliche Komponente, es  kommt zu Konflikten und im schlimmsten Fall zu einem tragischen Ende für die Familie. Warum sich der Ausflug ans Meer für Spieler und Psychologen lohnt, klärt der Test.

© Orthogonal Games / Orthogonal Games

Fazit

The Novelist ist ein Spiel zum Nachfühlen. Man schlüpft in die Rolle eines unsichtbaren Beobachters und Entscheiders, der das Schicksal einer Familie beeinflussen kann. Wie ein geisterhafter Psychologe tastet man sich mit jedem Kapitel tiefer in die Geschichte und die Konflikte von Dan, Linda und Tommy. Man wird Zeuge und Täter in einem Drama des Alltags, das uns als Menschen in Beziehungen den Spiegel vorhält. Wie gerät ein Leben in eine Schieflage? Wessen Glück ist wann wichtiger? Zwar hätte man aus den Stealth-Elementen mehr Spannung rausholen und die Suche nach Indizien abwechslungsreicher gestalten können. Außerdem ist die Kulisse etwa so attraktiv wie ein animierter IKEA-Katalog. Aber hier kann ich mehr entscheiden als in Beyond: Two Souls, weil die Rolle des Geistwesens aktiver in die Entwicklung der offenen Story integriert wurde. Wie andere kleine erzählerische Experimente zuvor beweist The Novelist vor allem eines: Viel entscheidender als die Technik ist das Drehbuch eines Spiels. Hier geht es um die Faszination des allzu Menschlichen und die Auswirkungen unserer Handlungen. Man identifiziert sich und fühlt mit. Ohne einen moralischen Zeigefinger wird man unweigerlich in moralische Zwickmühlen jenseits von Sieg und Niederlage geführt. Die Spielewelt hat wieder etwas gewonnen – das erste interaktive Familiendrama.

Wertung

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Die Spielewelt hat wieder etwas gewonnen – das erste interaktive Familiendrama.