Zurück zur Zuflucht
Die Zuflucht ist nicht nur der Ort, wo man seinen Talentbaum ausbaut. Man kehrt auch automatisch dorthin zurück, sobald man stirbt. Und das passiert oft. Sehr oft. Denn die Entwickler setzen mit ihren Roguelike-Tendenzen bewusst darauf, den Spieler mit fiesen Gegnerhorden immer wieder in Bedrängnis zu bringen und letztlich in den unvermeidlichen Tod zu treiben. Das kann durchaus frustrierend sein, wenn man früher oder später mit dieser Übermacht konfrontiert wird und ihr chancenlos ausgeliefert ist – ganz abgesehen davon, dass der Bildschirm komplett im Chaos versinkt. Das ist vor allem dann besonders clever, wenn man während der hektischen Kampf-Action auch noch die Geschichte rund um den Konflikt zwischen den eingefallenen Menschen und mystischen Mächten in einer Aliensprache erzählt, die mit deutschen Untertiteln übersetzt wird. Wer soll sich denn bitte noch auf das Lesen von Texten konzentrieren, wenn man von allen Seiten attackiert wird? Irgendwann hilft es auch nicht mehr, sich die Feindesscharen mit den begrenzten Ausweichmanövern vom Leib zu halten oder die Beine in die Hand zu nehmen. Der Tod ist unvermeidlich!
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Das wäre zu verkraften, wenn die Kämpfe wenigstens halbwegs Spaß machen würden. Dem ist aber leider nicht so! Meist metzelt man sich mit einem langweiligen Knopfgehämmer durch die Horden der gefühlt immer gleichen Gegnertypen, die sich auch durch Wände bewegen oder sogar durch sie hindurch schießen können. Kampfroboter nehmen einen z.B. über absurd weite Entfernungen ins Visier und sorgen mit ihren hinterhältigen Attacken für zusätzlichen Stress. Zudem tauchen weitere Gegner selbst in abgeriegelten Arealen häufig einfach aus dem Nichts auf und greifen plötzlich aus dem Hinterhalt an. Irgendwann akzeptiert man zwar, dass man ständig stirbt, weil die Figur zu schwach ist und der Kreislauf aus Leben und Tod Teil des Spielprinzips ist. Aber Freude kommt dabei trotzdem nicht auf. Das gilt besonders für die PS4-Version, bei der vor jedem neuen Versuch die Geduld aufgrund der abartig langen Ladezeiten auf eine harte Probe gestellt wird. Aber die Technik zählt auf der PS4 ohnehin nicht zu den Stärken: Das Bild friert beim Spielen immer wieder für einen kurzen Moment ein – egal, ob man gerade nur die Welt erkundet oder sich in Kämpfe stürzt. In manchen Abschnitten hat selbst der PC mit der Bildrate zu kämpfen, doch auf der PS4 verkommt die Darstellung in diesen Momenten zeitweise sogar zu einer Diashow. Dazu gesellen sich die vielen Tonaussetzer auf der Konsole, welche die ohnehin enttäuschende Klangkulisse weiter abwerten. Nein, technisch, aber auch inhaltlich liefert das Team mit Sundered keine Glanzleistung ab.
Tolles Artdesign
![[GUI_STATICIMAGE(setid=80830,id=92533979)] [GUI_STATICIMAGE(setid=80830,id=92533979)]](https://preprod-4players.fdpub.de/wp-content/uploads/sites/3/2024/04/92533979-vollbild.png)
Das ist vor allem deshalb bedauerlich, weil sich das Artdesign durchaus sehen lassen kann. Vor allem Protagonist Eshe wird mit handgezeichneten Animationen wunderbar in Szene gesetzt und auch in der Spielwelt finden sich einige beeindruckende Architekturen sowie einladende Landschaften, die aus den vielen Einheits-Passagen und deren prozeduraler Abwechslungsarmut herausstechen. Nicht zu vergessen die imposanten Bossgegner, die auch visuell viel mehr hermachen als die eher öde designte Standardbrut.

