Mit Star Renegades servieren die Halcyon-6-Entwickler Massive Damage und Publisher Raw Fury ein taktisches Sci-Fi-Rollenspiel mit Roguelite-Mechanik und Pixelart-Stil. Was einen sonst noch erwartet, klärt der Test.
Bis zu sechs Charaktere können sich aktiv an den Kämpfen beteiligen, Formationen und Ausrüstung wechseln sowie Kombos ausführen. Zudem lässt sich die Darstellung der Kampfhandlungen auf Knopfdruck beschleunigen. Es gibt sogar ein Nemesis-System, durch das siegreiche Gegner befördert werden, um einem im nächsten Anlauf erneut an den Kragen zu wollen. Und sterben gehört aufgrund der Roguelite-Struktur natürlich dazu. Doch obwohl man dadurch sämtliche erbeutete Ausrüstung, Credits und Erfahrungspunkte (DNA) verliert, muss man nicht wieder ganz bei Null anfangen.
So bleiben einmal freigeschaltete Charaktere auch weiterhin auswählbar. Darüber hinaus lassen sich den Tod überdauernde Tech- und Wissenspunkte in spezielle Startausrüstung und andere Verbesserungen investieren sowie individuelle, aber nicht sehr weitreichende Charakterboni festlegen. Eine gewisse Herausforderung sollte man trotz des überschaubaren Umfangs also schon suchen. Stufenaufstiege erfolgen übrigens nicht automatisch. Stattdessen werden sogenannte DNA-Punkte gesammelt, mit denen man selbst entscheiden kann, wer wann einen Level aufsteigen soll.
Die Qual der Wahl
Zwischen den Kämpfen bereist man in Sektoren unterteilte und an Spielbretter erinnernde Schauplätze, die nicht nur von Gegnern bevölkert werden, sondern auch diverse Beute- und Upgrade-Möglichkeiten bereithalten. Da die Züge bis zur Konfrontation mit dem jeweiligen Endgegner begrenzt sind und Sektoren sukzessive gesperrt werden, muss man abwägen, über welche Route man ans Ziel gelangen will und entsprechende Entscheidungen treffen. Hin und wieder entdeckt man sogar optionale Nebenschauplätze wie prozedural generierte Ruinen oder Raumschiffe, die zusätzliche Beute und Gegner bereithalten.
Wird es Nacht, schlägt man ein Lager auf, wo man gesammelte Ereigniskarten ausspielen und so temporäre Boni oder Heilungen aktivieren und Beziehungen festigen kann. Letzteres ermöglicht nicht nur gemeinsame Werteverbesserungen und Kombos, sondern kann auch zur Zeugung von Nachkommen führen. Am Schwierigkeitsgrad lassen sich hingegen keine Anpassungen vornehmen. Die Pixelart-Grafik ist trotz ihrer Schlichtheit recht ansehnlich und begeistert mit hübschen Animationen und Effekten.
Die Inszenierung der Handlung kocht hingegen eher auf Sparflamme. Die durch das Zeichentrick-Intro geweckten Hoffnungen auf eine filmisch unterstütze Erzählung werden leider enttäuscht. Auch auf Sprachausgabe wurde bei den Dialogen zum Leid der Atmosphäre verzichtet. Immerhin gibt es deutsche Bildschirmtexte, doch die sind oft lückenhaft oder teils so deformiert, dass sie das Layout beeinträchtigen. Verständnisprobleme gibt es dadurch aber zum Glück nur selten.