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HTC Vive Pro 2 (Hardware) – HTC kontra Fliegengitter

Seit Jahren kämpfen Hersteller von VR-Headsets gegen sichtbare Pixel – und mit der HTC Vive Pro 2 ist tatsächlich ein bedeutender Sieg gelungen! Dank 5K-Auflösung erahnt man nur dann noch Spuren des Bildschirmrasters, wenn man im Spiel z.B. auf eine weiße Wand starrt. Warum aber die Auflösung nicht alles ist, klären wir Test.

© HTC / HTC

Fazit

Endlich ist es passiert: Die Bildschirme der Vive Pro 2 mit 2.448 × 2.448 Pixeln lassen das Fliegengitter derart gut verschwinden, dass selbst Reste des Pixelrasters nur noch selten zu erkennen sind. Ein beeindruckendes Erlebnis also, die Erfahrung wird allerdings von vielen kleinen technischen Macken getrübt. Trotz der Positionierung als Premium-Headset wirkt vieles einfach noch unausgegoren. Dazu gehören vor allem der kleine mittlere Bereich, in dem sich das Bild beider Augen überschneidet (Binocular Overlap) und die vielen Fehlermeldungen sowie Abstürze bei der Software, die das „Ausfahren“ der vollen 5K-Auflösung mit 120 Hertz erschweren oder sogar verhindern können. Für Neulinge, die sich lieber unkompliziert die Quest 2 überstreifen und exklusive Spiele genießen, ist ohnehin ein zu hoher Investitions- und Installations-Aufwand nötig. Der Umstieg auf die Vive Pro 2 lohnt sich also primär für Enthusiasten, die schon einen schnellen PC, die hochpräzisen Lighthouse-Stationen und Index-Controller besitzen. Doch selbst sie sollten überlegen, ob das tolle Panel und der unerreichte Tragekomfort ihnen die Einschnitte an anderer Stelle wert sind. Die Index etwa besitzt nach wie vor ein größeres Sichtfeld, obwohl HTC gerade in diesem Bereich massiv die Werbetrommel rührte. Die Quest 2 wiederum bietet ein insgesamt klareres Bild mit einem größerem Sweetspot, zumal der optionale Drahtlos-Betrieb dort mit höherer Auflösung und einer einfacheren Einrichtung abläuft. Ich würde die Vive Pro 2 allerdings der HP Reverb G2 vorziehen, damit ich von Haus aus das hochpräzise Lighthouse-Tracking und meine Index-Controller nutzen kann, statt mit dem schwächeren WMR-Tracking zu leben oder die Index-Controller über technische Umwege einzurichten. Unterm Strich hat sich HTC also wieder ein wenig gesteigert, was nach der gefloppten Vive Cosmos mit ihrem schwachen Tracking aber auch nicht all zu schwer war.

Wertung