All Cops Are Beautiful
![[GUI_STATICIMAGE(setid=92667,id=92657751)] [GUI_STATICIMAGE(setid=92667,id=92657751)]](https://preprod-4players.fdpub.de/wp-content/uploads/sites/3/2024/04/92657751-vollbild.jpg)
Stehen bei einem Stern noch nur einige typisch tollpatschige Gesetzeshüter auf der Matte, folgen bei zwei Sternen schon verankerte Metallkästen, die fliegende Ketten auf mich schießen und mich so in meiner Mobilität einschränken, während drei Sterne Scharfschützen aktiv werden lassen, die meinen Lebensbalken aus der Ferne unter Beschuss nehmen. Ein Konzept, das angesichts der Graffiti-Gangs natürlich hervorragend zu Bomb Rush Cyberfunk passt, leider aber nicht ganz ausgereift ist: Die Polizisten erscheinen zu häufig, die Heat-Anzeige steigt zu schnell. Besonders die erwähnten Ketten, die nach nur wenigen Sprühaktionen auftauchen, rissen mich mehrfach aus dem spaßigen Skaten und sind so ein echter Stimmungskiller. Das mag man als sozialkritischen Kommentar sehen, der polizeiliche Probleme in der Gesellschaft zur Schau stellt – spielerisch ist es aber ziemlich nervtötend.
![[GUI_STATICIMAGE(setid=92667,id=92657749)] [GUI_STATICIMAGE(setid=92667,id=92657749)]](https://preprod-4players.fdpub.de/wp-content/uploads/sites/3/2024/04/92657749-vollbild.jpg)
Pure Ästhetik
Nach kleineren und größeren Ärgernissen können wir uns nun wieder den schönen Dingen widmen, zum Beispiel der Optik von Bomb Rush Cyberfunk. Aus den digitalen Dosen wird nämlich nicht nur Graffiti-Farbe, sondern auch eine ordentliche Portion knallig-bunte Dreamcast-Atmosphäre versprüht, die die geistige Identität von Jet Set Radio mit all ihren Ecken und Kanten in die Gegenwart holt. Die blockigen Charaktere in ausgefallenen Outfits, die einfarbigen Autos und die poppigen Werbetafeln machen New Amsterdam zu einer malerischen Metropole, die sich auch im Vergleich zu fotorealistischen Cyberpunk-Citys sehen lassen kann.

Dazu tragen natürlich auch die gelungenen Graffitis bei, die ich in einem nur zwei bis drei Sekunden andauernden Mikrospiel an den Wolkenkratzerwänden hinterlasse. Nicht nur, dass ich die Stadt so Stück für Stück noch bunter mache, ich markiere auch wortwörtlich mein Revier, indem ich die Sprühkunst anderer Gangs übermale. Das Mikrospiel selbst ist nicht der Rede wert: In einer sternförmigen Vorlage bewege ich meine Linie von rechts nach links oder diagonal und jedes Graffiti hat dabei seinen eigenen Verlauf, den ich in meinem virtuellen Handy jederzeit nachschauen kann. Die verschiedenen Straßenmalereien sind dafür umso beeindruckender und extra von Künstlern für das Spiel angefertigt worden. Hier ist Herzblut in die Sprühdosen geflossen.
Um mein Repertoire an Graffitis zu erweitern, heißt es mit offenen Augen durch die Stadt sausen: Die fliegenden Motive finden sich in Hinterzimmern oder auf Dachterrassen und oft sind meine Skate-Künste gefragt, um dorthin zu gelangen. Neben der sammelbaren Street-Art finden sich an anderen Stellen auch Outfits für meine Charaktere sowie Songs, die ich dann über das erwähnte Handy abspielen kann, wenn mir der aktuell laufende Track nicht gefällt oder ich zum fünften Mal hintereinander „Get Enuf“ von Hideki Naganuma hören will. Womit wir beim Soundtrack wären, der ähnliche Lobeshymnen wie die Optik verdient hat.
Der Sound der Straße
![[GUI_STATICIMAGE(setid=92667,id=92657748)] [GUI_STATICIMAGE(setid=92667,id=92657748)]](https://preprod-4players.fdpub.de/wp-content/uploads/sites/3/2024/04/92657748-vollbild.jpg)
Hätte das Spiel eine andere Musikuntermalung, würde das Skaten nur halb so viel Spaß machen, könnte ich die Polizisten noch weniger verkraften und wäre die Dreamcast-Ästhetik nicht ansatzweise so bezaubernd. Der Ton macht die Musik und die Musik macht das Spiel, das stimmt für Bomb Rush Cyberfunk wie für kaum einen anderen Titel. Falls ihr auch nach dem Test noch vor der Kaufentscheidung stehen solltet, lohnt definitiv ein Blick auf YouTube, um dort eine Kostprobe des Soundtracks vorzunehmen. Sollte euch das Gehörte dann überzeugen, findet ihr Bomb Rush Cyberfunk für 39,99 Euro auf dem PC, der Nintendo Switch, der PlayStation 4 und der Xbox One.

