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Metalheart (Rollenspiel) – Metalheart

Es war einmal ein ältlich daher kommendes Endzeit-Rollenspiel, das die Fluch der Karibik-Machern entwickelten, im Kielwasser von Fallout surfte und in einer weit weit entfernten Galaxis spielte. Ach ja, massig Replikanten, Cyborgs und Mutanten waren natürlich auch mit von der Partie. Hm, noch was? Genau, es frönte einem hoffnungslos in die Jahre gekommenen Gameplay. Ob Metalheart trotz dieser Mankos was geworden ist?

© Akella / DreamCatcher Games

Zurück in die Endzeit

Zu Beginn von

Gestrandet auf einem trostlosen Planeten, auf dem die Gewalt regiert. Das Ganze ohne deutsche Sprachausgabe. 
Metalheart stürzt ihr mit eurem Raumschiff auf dem unwirtlichen Planeten Protion ab, dessen Bewohner ihr Dasein in Knechtschaft fristen. Die Soldaten eines ominösen Imperiums unterdrücken brutal jede Freiheitsregung unter den vier versklavten Völkern, da nur so der stete Rohstofffluss für das Reich garantiert scheint. Ausgerechnet die zwei gestrandeten Spielcharaktere sollen nun den Widerstand in Schwung bringen. Eigentlich wollen sie nur eines – weg vom Planeten. Wenn es aber nicht anders geht, muss eben noch vorher die Welt gerettet werden. Die Story macht vielleicht neugierig, wird aber alles andere als spannend erzählt. So geht es euch auch nicht nahe, was mit dem Planeten und seinen Bewohnern passiert.

Kaum Entscheidungen

Außerdem identifiziert ihr euch kaum mit den Charakteren. Zwar wird immer euer persönliches Verhältnis zu den einzelnen Parteien eingeblendet, wer nun aber glaubt, sich wie bei Knights of the Old Republic auch für die dunkle Seite der Macht entscheiden zu können, ist auf dem Holzweg. Denn nicht nur die versklavte Bevölkerung im Spiel leidet unter einem Mangel an Freiheit, sondern leider auch der vorhersehbare Verlauf. Ihr spielt die Guten und dabei bleibt es auch. Ebenso wenig dürft ihr zwischen verschiedenen Charakteren wählen, denn Cheris und Lathan stehen von Anfang an fest. Immerhin ist es möglich, im späteren Spielverlauf weitere Leute in die Gruppe aufzunehmen, bis ihr sechs Mitglieder habt.

Auf Entdeckungstour

Allerdings sind die Dialoge auch nicht derartig interessant, dass man sie auch noch auf Deutsch bräuchte.
Die Welt durchstreift ihr in unübersichtlicher, isometrischer Perspektive, die sich weder drehen noch zoomen lässt. Die noch unbekannten Teile der über 100 Schauplätze sind nicht einmal per Fog of War abgedunkelt – scheinbar kennt ihr den Planeten schon wie eure Westentasche, obwohl ihr zum ersten Mal dort gelandet seid. Die Orientierung fällt trotzdem schwer, auch weil Ladenschilder, Hinweistafeln oder eine Minikarte fehlen. Die Dialogmöglichkeiten mit den vielen NPCs sind jedoch eher begrenzt, auch wenn ihr manchmal wählen dürft, was ihr sagen oder fragen möchtet. Wenn ihr die Frage wählen dürft, hat es keine Auswirkungen auf den Verlauf, was ihr sagt. Ihr müsst immer alles fragen, denn nur so bekommt ihr Quests. Die wenig interessanten Gespräche sind so letztlich nur Mittel zum Zweck.