Veröffentlicht inTests

Battletoads (Prügeln & Kämpfen) – Rückkehr der Kampfkröten

Die Aushilfs-Kröten sind zurück: Die Battletoads sollten es 1991 auf dem NES mit den extrem beliebten Teenage Mutant Ninja Turtles aufnehmen. Mega-Drive-Veteranen haben heute noch fiese Flashbacks vom happigen Schwierigkeitsgrad ihrer Fassung. Im Test überprüfen wir, wie sich das neue Beat-‘em-up der Kampfkröten schlägt, welches exklusiv für PC und Xbox One erhältlich ist.

© DLaLa Studios / Rare / Microsoft

Teenage Mutant Ninja Toads?

Nach einigen Umsetzungen, Nachfolgern und Spin-offs in den Neunzigern holen die Dlala Studios die kantigen Froschlurche also aus ihrer jahrzehntelangen Zwangspause zurück. Die Story mit ihren wirren Wendungen und selbstironischem Wahnsinn habe ich irgendwann einfach gedanklich ausgeblendet, um mich aufs Wesentliche zu konzentrieren: das Kloppen, Hüpfen, Sammeln versteckter Trophäen und natürlich jede Menge alberner Minispiele wie das berüchtigte Ausweichen mit dem Hoverbike.

Mal kämpfen Rash, Zitz und Pimple lediglich gegen einen rüden Gangboss, später gegen ihre Langeweile im neuen Job außerhalb ihrer offenbar eingebildeten Realität. Oder so. Im Raumschiff verbünden sie sich mit ihrer alten Erzfeindin, um kurze Zeit später zwischen die Konflikte diverser Aliens zu geraten. Ein Diplomat, der den Zugang zu einer geheimen Stadt kennt, wird dabei auch schon mal in einen lebendigen Schlitten verwandelt – inklusive diverser Tier-Verwandlungen. Oh…kay…

Nicht schon wieder…

[GUI_STATICIMAGE(setid=88979,id=92620812)]
Was geht denn hier ab? © 4P/Screenshot

Selbst mit einer Vorliebe für bizarren Humor im Stil von Ren und Stimpy oder Rick and Morty verhungern hier viele der Gags. Während Trover Saves the Universe es schafft, den Spieler auf eine wilde, faszinierende Reise mitzunehmen und Rayman Legends einfach nur unheimlich charmant animiert ist, wirkt die Präsentation von Battletoads einfach nur seltsam. Diese Unausgegorenheit macht sich auch beim Zeichenstil bemerkbar. Aggressive Eisverkäufer-Aliens und Augen-Bossmonster sind eigentlich herrlich bekloppt gezeichnet, doch ihre unterschiedlich dicken Konturen an den Rändern und ruckartigen Animationsphasen machen das bunte Chaos oft einfach nur verwirrend.

Die Übersicht leidet auch in den zahlreichen, eher nervigen Minispielen. Ein typisches Beispiel sind ähnlich wie früher die Hoverbikes: Da sich die Kamera trotz räumlicher 2,5D-Ansicht nicht mitbewegt, lassen sich die platten Wände und 2D-Hindernisse nur ungefähr abschätzen. Auch andere Geschicklichkeits-Einlagen wie das Hacken oder die erwähnte Schlittentour sind eher lästig als spaßig.

Bitte kraftvoll zulangen!

[GUI_STATICIMAGE(setid=88979,id=92621831)]
Zeit für böse Flashbacks… © 4P/Screenshot

Etwas besser wird es im klassischen Vertikal-Shooter oder den esoterisch angehauchten Hüpfabschnitten mit passablen Kisten- und Schalterrätseln inmitten knarrender Seilzüge. Im Zentrum steht aber natürlich wieder das Kloppen im Stile der Turtles, von Final Fight oder Double Dragon. Den Großteil der Zeit verbringt das Trio damit, Warzenschwein-Mutanten, galaktische Pitbulls oder anderen Unsinn auf Beinen zu vermöbeln. Der mit einer fetten Axt ausgestattete Boss Axeley bringt sogar vier Arme mit, zumal man gelegentlich vor seinen fiesen Stampf-Attacken und rollenden Baumstämmen davon hüpft.