Super Mario Bros. Wonder: Klempner und Co. auf Staatsbesuch
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Bevor wir uns den vielen spielerischen Kniffen und Neuerungen widmen, tritt Super Mario Bros. Wonder zumindest zu Beginn aber noch einmal kurz auf der Stelle, nämlich bei der Story. Mario und seine Freunde haben zwar ausnahmsweise die bekannte Landschaft des Pilzkönigreichs hinter sich gelassen, um Prinz Florian im befreundeten Blumenkönigreich zu besuchen, doch Bösewicht Bowser ist ihnen natürlich schon auf den Fersen. Mithilfe der Wunderblume verschmilzt der König der Koopas kurzerhand mit Florians Schloss und platziert seine verwandelte Fratze inmitten der sechs Welten, die ihr in Super Mario Bros. Wonder nach und nach bereist.
Super Mario Bros. Wonder im Test: Ein Wiedersehen voller Wunder
<p>Abseits vom minimal angepassten Deluxe-Port für die Nintendo Switch erschien das letzte (neue) 2D-Mario vor über zehn Jahren auf der kommerziell gefloppten Wii U, und Super Mario Bros. Wonder soll nun die Durststrecke beenden, die durch die Fan- und vermutlich auch Entwicklerermüdung entstanden ist. Denn mit dem Wii-Release verkam die Super Mario Bros.-Reihe zu einem Fließband-Plattformer nach Schema F, bei dem es an Kreativität und Abwechslung fehlte. Doch der erste Trailer des neuen Abenteuers rund um Mario und seine Freunde machte Hoffnung, dass Nintendo zu alter Höchstform auflaufen und nicht ohne Grund so lange mit einem 2D-Comeback des Klempners gewartet haben könnte. Jetzt steht der Abstecher in das Blumenkönigreich mit jeder Menge Überraschungen endlich vor der Tür: Wir haben uns den Schnauzbart gestutzt, die Latzhose zugeknöpft und die Schuhe geschnürt, um aus erster Hand zu verraten, ob sich der Ausflug lohnt.</p>
Peach wird dieses Mal übrigens nicht entführt: Stattdessen ist die pinke Prinzessin genau wie der Rest der Crew an der Rettung des Blumenkönigreichs beteiligt und zusammen mit Mario, Luigi, Daisy, Toadette, Mopsie sowie zwei Toad- und vier Yoshi-Varianten ist die Auswahl der spielbaren Helden größer als je zuvor. So darf jeder seine ganz persönliche Lieblingsfigur aus dem Mario-Universum wählen, auch wenn aufgrund der Abzeichen (dazu später mehr) keine mehr mit spielerischen Besonderheiten daherkommt und Mopsie und die Yoshis keinen Schaden erleiden können.
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Der Easy-Modus ist eine super Sache, aber die Versteifung auf bestimmte Charaktere macht diese für das ältere Publikum uninteressant, während jüngere Fans mit Mario oder Peach weniger Spaß haben könnten – eine allgemeine Option zum Ein- und Ausschalten unabhängig von der gewählten Figur hätte beide Lager zufriedengestellt. Aber Einstellungen sind in Nintendo-Spielen bekannterweise Mangelware und so könnt ihr auch in Super Mario Bros. Wonder wieder keine freien Tastenbelegungen vornehmen, sondern lediglich zwischen zwei Möglichkeiten beim Sprinten und Springen hin- und herwechseln.
Gehüpft wie gesprungen? Von wegen!
Weil man auch im Blumenkönigreich Traditionen zu pflegen scheint, heißt es nach der Introsequenz direkt ab nach Welt 1–1. Und klar, das hat Nintendo natürlich wieder mit bisschen grasgrüner Grundierung gesegnet, damit sich Mario-Fans gleich wie zuhause fühlen. Aber wer glaubt, dass sich das durch die gesamte Welt zieht und danach eine Wüste folgt, der irrt: Tatsächlich sind die einzelnen Areale nicht mehr strikt in Themen unterteilt, sondern vereinen auch schon mal mehrere zu einer gesunden Mischung. So stolpert ihr nach den ersten Leveln über Wiesen und Hügeln in eine staubige Steppe, eingerahmt von braunen Bergen und in der zweiten Welt geht es über Gletscherspalten bis hoch hinaus in ein waberndes Wolkenwunderland.
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Aus den Latschen kippen lassen einen diese kreativen Ausflüge natürlich nicht, aber angesichts der sonst so zahmen und vorhersehbaren Mario-Welten sorgt man hier zumindest für ein bisschen Abwechslung, die mit güldenen Wasserfällen und rosa Zuckerwatte den Bildschirm bezaubert. Auch die dort zu findenden Level bieten keinen Einheitsbrei, weder optisch noch spielerisch: Neben klassischen Plattform-Passagen hat Super Mario Bros. Wonder Wettrennen gegen Wiggler, chaotische Kampfpartys, in denen ihr möglichst schnell alle Gegner ausschalten müsst, und die sogenannten Verschnaufpausen im Gepäck. Letztere sind kurzweilige Ausflüge, bei denen jeweils ein Gimmick im Vordergrund steht und die häufig schon in rund 30 Sekunden abgefrühstückt sind, aber den Akrobatenalltag auflockern.
Alle Level-Arten können mit frischen Ideen punkten und ergeben zusammen ein divers gestaltetes Plattform-Potpourri, das in seinem kleinen Finger mehr Innovation und Einfallsreichtum besitzt als die letzten drei 2D-Ableger zusammen. Einzig das Suchtrupp-Konzept, in dem ihr unsichtbare Blöcke finden müsst, ist eine uninspirierte und langweilige Suche nach der Nadel im Heuhaufen, die das grandiose Gesamtbild aber nicht trüben kann. Von spaßigen Spaziergängen bis hin zu kniffligen Klippenhopsern wartet das Abenteuer dabei auch mit einer Reihe an unterschiedlich schwierigen Herausforderungen auf, die bei der Level-Auswahl durch die Anzahl der Sterne gekennzeichnet sind. Unter die familienfreundlichen, weil gemütlichen Gefilde schleicht sich die ein oder andere Veteranen-Prüfung, sodass keine Gefahr besteht, wegen Unterforderung vor dem Fernseher einzuschlafen.
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Und wie spielt sich das nun alles? Zum Glück genauso, wie man es von Nintendo gewohnt ist: Mario und seine Freunde steuern sich präzise und feinfühlig, das Tempo und Momentum beim Sprinten sind stimmig und Stampfattacken lassen sich in der Animation abbrechen, was die Luftkontrolle erhöht. All das resultiert in einem hervorragenden Spielgefühl, mit dem sich die Level zwar nicht in halsbrecherischen Hetzjagden, aber zumindest in schön schnellen Sprints durchlaufen lassen, bei denen man abhängig von der aktuellen Schwierigkeit mal mehr, mal weniger gefordert wird. Das Leveldesign ist zwar größtenteils handzahm, aber eben auch intuitiv und abwechslungsreich, die Power-Ups und Checkpoints sind fair verteilt, die Geheimnisse liegen mitunter auf dem Weg, sind aber auch gern ganz gut versteckt.

